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03.07.2017 - Großeinsatz in Handewitt

Die Wehren aus dem Ausbildungsverbund H2O trainieren den Ernstfall

Angehende Truppfrauen und -männer sind vollständig vor dem Gerätehaus in Handewitt angetreten.


Jetzt muss jeder Handgriff sitzen: Mit Hilfe von Hebekissen wird eine verunfallte Person von einem Traktorreifen befreit.

 

Ein Reifenlager hat Feuer gefangen – jetzt ist Eile geboten

 

Ein Kraftstofftank droht zu explodieren, ein Mitarbeiter ist unter einem Traktorreifen eingeklemmt, ein weiterer steckt verletzt in einer Hackschnitzelhalde fest und ruft um Hilfe. Währenddessen gehen ein Reifenlager und ein Gebäude auf dem Firmengelände in Flammen auf. Ein Großeinsatz für die Feuerwehr – und eigentlich ein rabenschwarzer Tag für das Landtechnik- und Pflanzenschutzunternehmen Stotz in Handewitt.

Zum Glück handelte es sich bei den massiert auftretenden Unglücksfällen um Übungsszenarien zum Abschluss der Ausbildung für Truppmänner/Truppfrauen sowie Truppführungen. Unter den wachsamen Augen der Prüfer Doreen Zepernick und Ralf Käber zeigten 48 Kameradinnen und Kameraden der verschiedenen Wehren aus dem Ausbildungsverbund H2O (Handewitt – Harrislee – Oeversee), was sie in ihren Lehrgängen gelernt hatten. Routiniert wurde eine Schlauchleitung mit Hilfe eines Leiterbocks über einen Begrenzungszaun geführt, um einen Wassermonitor mit Wasser zu speisen und so die Explosion eines Dieseltanks zu verhindern. Zügig und gleichzeitig mit Bedacht wurden Hebekissen an Pressluftflaschen angeschlossen, um einen Treckerreifen vom Unterkörper eines vermeintlich verunfallten Mitarbeiters zu entfernen. Und währenddessen – um wirklichen Einsatzbedingungen möglichst nahe zu kommen – bedrängten aufgeregte Darstellerinnen und Darsteller die konzentriert arbeitenden Feuerwehrleute, indem sie zur Eile oder wechselweise zur Vorsicht mahnten. Die Aufgabe für die angehenden Truppführerinnen und Truppführer: Nach der Alarmierung „Feuer Y“ (Gefahr für Leib und Leben) unter schwerem Atemschutz eine vermisste Person aus einer verqualmten Lagerhalle retten. Die besondere Herausforderung dabei: Die neuen Truppführer konnten sich nicht mehr auf die Einschätzung von ihren Führungskräften verlassen, sondern mussten vor Ort selbst die Einsatzleitung übernehmen und knifflige Entscheidungen treffen.

Frank Thiel, Ausbildungsleiter in Handewitt und einer der maßgeblichen Organisatoren im Ausbildungsverbund H2O, zeigte sich abschließend sehr zufrieden mit den gezeigten Leistungen der neuen Ehrenamtler in den Feuerwehren. Er hob hervor, dass die anstehenden Szenarien „völlig unerwartet und nicht ganz ohne“ für die Kameradinnen und Kameraden waren und ein „ganzes Spektrum an Entscheidungen, Handgriffen und Einsatzmitteln“ erforderten. Gemeinsam mit den anwesenden Wehrführern, darunter der stellvertretende Kreiswehrführer Malte Simonsen, lobte auch der Ausbildungsleiter in Harrislee, Chris Behrendsen, die Zusammenarbeit im Ausbildungsverbund. Durch die Synergien werde sichergestellt, dass jedes Jahr Lehrgänge stattfinden könnten, sodass kein Neukamerad länger als wenige Monate auf eine Ausbildung warten müsse. Das trage ganz maßgeblich zur Gewährleistung des Brandschutzes in den Gemeinden bei. Nicht weniger natürlich Firmen wie das Unternehmen Stotz, das bereitwillig sein Gelände für einen möglichst realitätsnahen Übungseinsatz zur Verfügung stellte.

Jan-Christian Schwarz